Vor dreieinhalb Jahren malte ich diese Bilder des Höhlenklosters von Kiew.
Damals war der Krieg in der Ukraine erst wenige Monate alt. Die täglichen Nachrichten zeigten zerstörte Häuser, verletzte Menschen, Flüchtlingstrecks und eine Verzweiflung, die kaum zu begreifen war. Wie viele andere fragte auch ich mich: Was kann ich eigentlich tun?
Meine Antwort war das, was ich am besten kann: zeichnen.
Diese Bilder und vier weitere Werke stellte ich der Medizinhilfe Hanau für eine Benefizauktion zur Verfügung. Am Ende kamen 1.000 Euro zusammen – Geld, das direkt für medizinische Hilfe in der Ukraine eingesetzt wurde. Für Medikamente, Verbandsmaterial und die Versorgung von Menschen mitten im Kriegsgebiet.
Das Motiv war bewusst gewählt.

Die Kiewer Petschersk-Lawra, das berühmte Höhlenkloster von Kiew, gehört zu den bedeutendsten Kultur- und Glaubensstätten des Landes. Für viele Ukrainer ist es weit mehr als ein historisches Bauwerk. Es ist ein Stück Identität, Geschichte und Heimat.
Als ich das Bild malte, wollte ich trotz allem etwas Hoffnungsvolles schaffen. Die goldenen Kuppeln, das warme Licht, die leuchtenden Farben sollten zeigen, dass es neben Krieg und Zerstörung immer noch Schönheit, Kultur und Menschlichkeit gibt.
In diesen Tagen musste ich wieder an dieses Bild denken.

Denn erneut gehen Aufnahmen aus Kiew um die Welt. Bilder von russischen Drohnen- und Raketenangriffen. Bilder von Beschädigungen an historischen Gebäuden. Bilder, die zeigen, dass selbst Kulturstätten und religiöse Orte wie das Höhlenkloster offenbar keinen Schutz genießen.
Wenn ich heute auf dieses Aquarell schaue, sehe ich deshalb nicht nur ein Kunstwerk.
Ich denke an die Menschen, vor Ort und an die, die damals gespendet haben. An die Hoffnung, dass dieser Krieg vielleicht schneller enden würde.
Und ich denke daran, wie selbstverständlich Frieden für uns oft geworden ist – bis wir sehen, wie anders die Realität an anderen Orten aussieht.
Dieser Krieg muss aufhören. Endlich.

