MÜTZE AUF – UND RUHE IM KARTON!?

Von wegen! Es gibt diesen Satz, den viele von uns noch im Ohr haben: „Zieh die Mütze auf!“ Er kam oft von Eltern, Großeltern, Lehrern – gut gemeint, aber auch ein Symbol für Kontrolle, Bevormundung, Anpassung. Für das Gefühl, dass jemand anderes besser weiß, was gut für dich ist. Also auch Chefs, Vorgesetzte oder neunmalkluge Kollegen.

„Mütze auf!“ ist mein künstlerischer Kommentar dazu. Ein Bild, das laut ist. Aufmüpfig. Bunt. Und ganz klar: ein Statement für Freiheit. Die Mütze, die hier ins Zentrum gerückt ist, ist keine schützende Hülle – sie ist ein ironisch aufgeladener Käfig über den Augen. Die Striche wirken wie Gitter. Der Blick darunter? Wütend, entschlossen, widerständig. Wer so schaut, lässt sich nicht mehr vorschreiben, was richtig ist.

Das Werk ist eine Hommage an Streetart und Graffiti-Wände – an den ungehobelten Charme wilder Farbflächen, an die Direktheit ungefilterter Botschaften. Schicht über Schicht ist hier gesprüht, gemalt, überdeckt, freigelegt. So wie sich auch unser Verhältnis zur Autorität verändert – nie einfach, immer vielschichtig.

Wie schon bei „Yellow Dragon“ geht es auch hier um das Recht, anders zu denken, sich auszudrücken, unbequem zu sein. „Mütze auf!“ fragt: Wo hört Fürsorge auf – und wo beginnt Bevormundung? Und wer entscheidet das eigentlich?

Dieses Bild ruft nicht nach Harmonie – es will Reibung. Und genau deshalb hängt es da, wo es hingehört: nicht still im Hintergrund, sondern mitten im Diskurs.

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